April
Ich weiß nicht, wie vermessen es ist, aber in letzter Zeit begebe ich mich schon mal leise auf die Suche nach einer neuen Bleibe, sollte ich demnächst an einer Logopädieschule angenommen werden. Die Termine der Eignungstests stehen und ich bin gespannt wie ein kleiner Fuchsibogen. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Schule genommen zu werden, ist jedenfalls da.
Deshalb fängt klein Inken bereits jetzt an, sich nach Wohnungen umzusehen. Teilweise bin ich ehrlich ein bisschen erstaunt, wie viel Geld manche Leute für ein dunkles Kellerverlies mit 70er-Jahre-Revival-Badezimmer verlangen würden. Andererseits findet man beim Stöbern in Wohnungsinseraten auch hier und da kleine Prachtstücke, die es zu behalten gilt. Allzu oft passiert es mir jetzt schon, dass ich bei einer Wohnung aus dem Häuschen bin, aber den Link zum Inserat nicht speichere und mir hinterher denke: “ARRRRRRRRRRRRR, WOOOOOO?”
Seitdem ich jedoch anfange, mich nach Wohnungen umzusehen, kommen mir oft Gedanken darüber, was alles zu einem eigenen kleinen Haushalt gehört. Schneebesen, Staubsauger, Fliegenklatsche, Handtuchhalter – alles Dinge, die einem im Alltag irgendwie begegnen, die es aber erst einmal zu besorgen gilt. Manchmal gehen diese Gedanken aber auch merkwürdige Wege: Gerade heute bei der Arbeit machte ich mir darüber Gedanken, ob die Anschaffung einer Kaffeemaschine für mich rentabel wäre, sobald ich alleine lebe. Dann muss ich ja immer Kaffeepulver und -filter im Haus haben? Trinke ich wirklich so viel Kaffee?
Ich entschied mich dagegen, aus dem einfachen Grund, dass ich sowieso lieber Kakao trinke.
Vielleicht ist es total vermessen und unangebracht, sich jetzt schon so ausschweifende Gedanken darüber zu machen, wo ich noch nicht einmal einen Ausbildungsplatz sicher habe. Aber allein die Planung meiner bisher nicht sicheren Zukunft in irgendeiner Stadt macht mir jetzt schon so viel Spaß, dass ich mich wirklich schon auf meinen Auszug freue. Selbst, wenn er erst im März sein sollte.











